Auch ein noch so schöner Tag geht irgendwann zu Ende. So auch der Tag der gigantischen Doppel-Schiffstaufe letzten Freitag. Es war ein wunderbarer Tag und alle Akteure, angefangen bei jedem einzelnen zuvorkommendem Mitarbeiter an Bord bis hin zu den Musikern und Künstlern, haben den Gästen einzigartige Momente beschert. Ich war für Sie bei dem großen Event dabei und habe auf www.worldofcosta.com meine vielfältigen Eindrücke beschrieben, Stimmen eingefangen und auf flinken Sohlen die beiden Taufschiffe Costa Luminosa und Costa Pacifica erkundet.
Zum Auftakt des Tages fand im großen Theater der Costa Pacifica eine internationale Pressekonferenz statt, in der Costa seine Entwicklung beschrieb, eine Vorschau auf die Zukunft gab und alle Protagonisten der abendlichen Tauf-Feier, die beiden Taufpatinnen Valentina Vezzali und Noa, sowie den italienischen Musiker Mauro Pagani und die Fliegerstaffel und Fallschirmspringer vorstellte.
Ab 13 Uhr füllte sich das Schiff zusehends. Neben den geladenen Gästen, schifften auch 2.500 gebuchte Kunden an Bord ein. Erstmals bei einer Costa Taufe hatten Kunden die Möglichkeit, ein solch einzigartiges Event mitzuerleben. Am gegenüberliegenden Pier hatte mittlerweile die Costa Luminosa angelegt. Die Gäste hatten nun die Möglichkeit, das jeweils andere Schiff zu besichtigen – eine organisatorische Meisterleistung angesichts der umfangreichen Sicherheitskontrollen, die nötig waren.
Als ich das Atrium der Costa Luminosa betrat, erlebte ich den ersten „Wow-Effekt“ des Tages. Sie ist einfach atemberaubend schön mit ihren blauen Leuchtern aus Murano-Glas, der farbenprächtigen Bar, den wellenförmigen Holz-Panelen, der überlebensgroßen Bronzeskulptur „La donna sdraiata“ und den luxuriösen Panorama-Aufzügen, die bis zur Glaskuppel auf dem obersten Deck hinauf reichen. Wie alle Gäste musste auch ich erstmal stehen bleiben und diesen Anblick verinnerlichen.
In nur einer Stunde habe ich einen Schiffsrundgang gemacht und mir die Lidos, das prächtige Theater, in dem gerade eine Licht- und Sound-Show für den Abend geprobt wurde, das exklusive Club-Restaurant und das Orient und Okzident vereinende Samsara Spa angesehen.
Im Restaurant Taurus herrschte geschäftiges Treiben vor dem großen Gala-Dinner. Dennoch hat sich der Maitre ein paar Minuten Zeit genommen, um mir zu erzählen, dass er bereits seit 40 Jahren bei Costa arbeite und sich seit Wochen auf den heutigen Tag freue.
Nun war es an der Zeit, zügig zur Costa Pacifica zurückzukehren, um pünktlich zur großen Flugshow der „Frecche Tricolore“ an Deck zu sein. Während des ganzen Morgens war der Himmel über Genua stark bewölkt und es waren schwere Gewitter angekündigt. Aber der Himmel riss auf, die Sonne schien, blauer Himmel und nur noch vereinzelt kleine Wölkchen - wie für uns bestellt! An die 4.000 Gäste befanden sich an Deck und man spürte das „Knistern“ in der Luft in Erwartung der italienischen Flugstaffel. Der italienische Radio- und Fernsehsender RAI kündigte das Eintreffen der Flieger lautstark an. Tausende Blicke richteten sich gen Himmel und schließlich sah man in der Ferne die Flugstaffel in enger Rauten-Formation nahen. Kurz vor uns begannen Sie, die Tricolore in den Himmel zu zeichnen. Dazu ertönte klassische italienische Musik und im Publikum ein bewunderndes Raunen und Klatschen. Es folgten spektakuläre Flugformationen. So flogen die Maschinen sternförmig aufeinander zu, um dann kurz vor dem Aufeinander-Treffen gemeinsam senkrecht in den Himmel aufzusteigen. Abschließend zogen die Flugzeuge noch einmal mit den Farben der italienischen Flagge über uns hinweg. Die geplante Vorführung der Fallschirmspringer, von denen je eine Gruppe auf der Costa Pacifica und Costa Luminosa landen sollte, musste wegen Sturmböen leider ausfallen. Nach diesen Eindrücken wurde es für alle Gäste Zeit für das Gala-Dinner, bevor um 22.30 Uhr das große Finale, die abendliche Show rund um die offizielle Taufe beginnen sollte.
Die Ränge der Tribüne, die zwischen den Bugs der beiden Schiffe lag, füllten sich ab 22.00 Uhr nach und nach. Auf der Bühne befand sich eine riesige Leinwand, auf der abwechselnd Bilder und Lichteffekte zusehen waren. Die Sound-Anlage spielte fantastische Musik zu Einstimmung auf das große Ereignis. Die Spannung im Publikum war förmlich greifbar. Schließlich begann die große Show! Noa, Taufpatin der Costa Pacifica trat auf die Bühne und performte das „Welcome“ von Mauro Pagani, einem der Songs, den der Musiker eigens für das Schiff komponiert hat. Anschließend spielte Pagani ein Medley aus dem Pacifica-Soundtrack. Der Blick auf die gegenüberliegende Costa Luminosa war magisch. Sie war mit blauen Kreisen, die wie Luftblasen wirkten, angeleuchtet, der gelbe Schornstein strahlte in der dunklen Nacht. Aus der Dunkelheit schwebte eine Wolke in mehreren Metern Höhe in Richtung Bühne. An der Wolke bewegten sich Artisten, die in luftiger Höhe akrobatische Übungen vollführten, angestrahlt von der gigantischen Lichtanlage. Ein fantastisches Spektakel, das sich auf der Bühne fortsetzte. Hier tanzten Ballett-Tänzerinnen feenartig mit im Wind wehenden Bändern. Nach dieser Aufführung begann der offizielle Teil der Tauf-Zeremonie. Die Spannung stieg. Schließlich schritten die Kapitäne der Schiffe vor die Bühne, das Publikum erhob sich und die italienische Nationalhymne wurde gespielt. Selbstverständlich sang das Publikum mit und die Stimmung befand sich auf dem Höhepunkt. Ein großer Moment! Die Schiffe wurden vom Kardinal gesegnet, der Weltrekord für die Doppel-Taufe von der Guinness-Jury abgenommen, bevor das große Finale anstand: Die Kapitäne sprachen die Worte: „In nome in Dio, Madrina, taglia“, woraufhin die beiden Taufpatinnen die Bänder zerschnitten und die Sektflaschen an den Schiffen zerschellten. In diesem Moment ertönten die majestätischen Schiffshupen, klassische Musik spielte auf und aus Kanonen wurden Millionen von Papierstückchen in die Luft geschleudert. Ein Bild, wie es atemberaubender nicht sein konnte. Für mich war es Gänsehaut-Feeling pur!
Die Nacht war noch lange nicht zu Ende. Die Party ging in der Disko, den unzähligen Bars und Lounges mit Live-Musik, kulinarischen Überraschungen und Cocktails weiter und endete für viele erst im Morgengrauen. Es war ein Tag, der in die Geschichte von Costa Kreuzfahrten eingehen wird. Ich freue mich, dass ich Ihnen davon berichten konnte.
Ihre Carolin